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Der Astronom im Universum der Geschmäcker
Ein Haus und zwei Küchen, mehr braucht Harold McGee nicht für seine abenteuerlichen Forschungsreisen in die Tiefen der Kochkunst. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und dienen nicht nur dem britischen Avantgarde-Koch Heston Blumenthal als Inspiration. Effilee traf den Kalifornier an seiner empfindsamsten Stelle: dem Herd
Clos de la Roilette Cuvée Tardive 2007
Domaine Coudert - Clos de la Roilette Cuvée Tardive 2007 - Fleurie, Beaujolais, Frankreich
Emmentaler
Ursula Heinzelmann hat Schweizer Emmentaler gekostet und sich mit seinem schlechten Ruf auseinander gesetzt
Das Kännchenwunder
Wenn Kaffeekannen reden könnten, dieses Schmuckstück hätte einiges zu erzählen. Ihre Mutter war eine Waschmaschine, eine Schwester von ihr muss sich im Museum of Modern Art anstarren lassen, und obwohl sie Moka heißt, bereitet die halbe Welt ihren Espresso mit ihr zu. Unser Autor hat noch ein paar andere, dunkle Geheimnisse gelüftet
Die vielleicht berühmteste Aufwachhilfe der Welt: Wenn die ersten Spritzer auf dem Herd landen, ist der Kaffee fertig
Das Morgenritual. Ich höre die Flamme schnurren und ein feuchtes, heißes Stottern. Ich stelle das Gas ab und gieße brühend heißen schwarzen Teer in eine grazile weiße Tasse. Die Küche füllt sich mit Wärme wie vom Rösten: nussig und reichhaltig. Die Kanne sitzt heiß, keuchend vor Anstrengung, auf einem Untersetzer. Ein kantiger, metallener Zauberer, befleckt mit den Spuren unzähliger Morgen. Sie wird unbeachtet bis zum nächsten Frühstück so stehen bleiben.
Dieses Stück, aufgeführt in den Küchen von Millionen Haushalten rund um die Welt ist für viele das Schlüsselerlebnis nach dem Aufwachen. Die Bialetti Kaffeekanne ist als Gegenstand so vertraut, so nützlich und so allgegenwärtig, dass sie, wie so viele schön designte Gegenstände einfach da ist. Wir nehmen sie kaum noch wahr.
Dieser Kaffeemoment wurde gleichbedeutend mit Stil und Glamour und ist unverkennbar durch und durch italienisch. Möglich wurde er, wie es bei allen großen Erfindungen ist, durch reines Glück und puren Zufall.
Nach Heinrich Eduard Jacobs wegweisender Betrachtung Sage und Siegeszug des Kaffees: die Biographie eines weltwirtschaftlichen Stoffes (1935) wurde Kaffee in seinen Anfängen gemeinsam und außerhalb der eigenen vier Wände konsumiert. Es war ein öffentliches Ritual, und zwar ein eindeutig männliches. So wie das Rauchen während des 19. Jahrhunderts die Geschlechter trennte, war auch das Kaffeehaus kein Ort für Frauen. Es galt als Hort des Rausches, des Glücksspiels, des Lasters und des Aufruhrs. 1674 hieß es in der Women’s Petition Against Coffee: »Der Kaffee macht die Männer so unfruchtbar wie die Wüste aus der diese unglückselige Beere stammt.«
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